IT-Krisenmanagement oder der Schlüssel zum Erfolg? 

Die Corona-Pandemie ist ein Treiber der Digitalisierung. Die Gesellschaft hat sich gewandelt. Was bisher unmöglich erschien, funktioniert seit Ausbruch der Pandemie sichtbar. Was seit Beginn der digitalen Revolution verpasst schien, wurde angegangen. Die digitale Welt überholt spontan die reale Welt. In Unternehmen wurden Prozesse scheinbar über Nacht digitalisiert. Diskussionen über Vor-und Nachteile auf ein Minimum beschränkt und plötzlich schnell gehandelt. 

 

Wofür steht Digitalisierung?

„Der Begriff der Digitalisierung hat mehrere Bedeutungen. Er kann die digitale Umwandlung und Darstellung bzw. Durchführung von Information und Kommunikation oder die digitale Modifikation von Instrumenten, Geräten und Fahrzeugen ebenso meinen wie die digitale Revolution, die auch als dritte Revolution bekannt ist, bzw. die digitale Wende.“[1] Nicht zu vergessen sind die heute fast schon inflationär genutzten Buzzwords als Synonym der digitalen Revolution: Big Data, Internet of Things, Vernetzung von Menschen und Daten, AI oder Künstliche Intelligenz. Kurzum: Digitalisierung steht für analoge Daten, die in digitale Form umgewandelt werden.

Wie wirkt sich der Trend der Digitalisierung auf Unternehmen aus?

Digitalisierung beinhaltet Risiken jedoch weit größere Chancen. Der wichtigste Treiber für Unternehmen sind die veränderten Kundenansprüche und -erwartungen: Liefertransparenz, online Kundenservice via Chats, FAQ´s, transparente Informationen zu Produkten und Dienstleistungen, sowie Kostenverlagerungen.

Chancen: 

  • Höhere Kundenzufriedenheit durch transparente Prozesse
  • Schnelle Reaktionsgeschwindigkeit
  • Flexibilität: Daten jederzeit von überall abrufbar
  • Kostenersparnisse z. B. durch das papierlose Büro
  • Vernetzung

Risiken:

  • Zeit- und Kostenintensiv z. B. Implementierung
  • fehlende Mitarbeiterakzeptanz
  • Cyberkriminalität
  • Transparenz

Verschmelzung der digitalen und realen Welt 

Die digitale Unternehmenswelt verschmilzt mit der realen Unternehmenswelt auf vielfältige Weise. In der Produktentwicklung sind digitale Prozesse weitgehend integriert. Ein neues Produkt wird mit digitalen Tools, die helfen das reale Bild zu liefern, entwickelt. Es wird kosteneffizient, digital nachgesteuert bis die virtuellen Ergebnisse zu einem realen Prototype führen. Die realen Performance-Daten werden zurück ins digitale System eingeschleust und somit erneut in die Entwicklung transferiert. Der Verschmelzungsprozess ist gelungen.[2] 

Um in jüngster Vergangenheit Infektionsketten auszuschließen, haben Unternehmen Ihre Prozesse scheinbar über Nacht digitalisiert: Homeoffice, digitale Kommunikation in Unternehmen mittels Video-Konferenztools, Bildung virtueller Arbeitsteams oftmals unter Einsatz innovativer Ansätze, um Mitarbeiter bestmögliche Produktivität, technische Vernetzung und Grundausstattung zu ermöglichen. Das Bild der traditionellen Arbeitsweisen ist langfristig umgestaltet und Unternehmen müssen gerade jetzt mehr denn je wissen wo sie in puncto Digitalisierung stehen. 

Krisenmanagement in digitalen Zeiten

1. Wie sieht die Ist-Situation aus?

Die derzeitige Situation wird betrachtet: Wo steht das Unternehmen? Was ist bereits vorhanden bzw. digital umgesetzt? Was fehlt noch? An welchen Stellen muss optimiert werden um zukünftig erfolgreich aufgestellt zu sein? Sind die digitalen Prozesse abteilungsübergreifend eingebunden oder handelt es sich um Insellösungen?

 

2. Welche Prozesse könnten digital laufen?

Fokus auf das Wesentliche, d.h. die Arbeitsfähigkeit des Unternehmens muss sichergestellt bleiben: Womit wird Geld verdient? Welche Abläufe dürfen nicht gestört werden?

 

3. Sind Ihre Mitarbeiter digital kompetent?

Welche Mitarbeiter/innen mit welchen Kompetenzen müssen involviert sein um den digitalen Wandel umzusetzen? Zu welchem Zeitpunkt müssen sie eingebunden werden? Wer wird benötigt um Verhaltensweisen innerhalb des Unternehmens zu ändern und die Unternehmenskultur digital zu formen?

 

4. Welche Technik zur Digitalisierung benötigen Sie?

Der Bedarf wird ermittelt: Ist die technische Infrastruktur ausreichend? Welchen technischen Mehraufwand wird es geben?

 

5. Verfügen Sie über digitale Tools?

Digitale Tools helfen der digitalen Transformation. Wie sieht es in Ihrem Unternehmen aus? Gibt es Strategien in Bezug auf Big Data, Smartification, Cloud-Lösungen, Künstliche Intelligenz etc.?

 

 6. Welche Kosten werden entstehen?

Mehrwert versus Kosten: In welcher Höhe fallen Investitionskosten und Fixkosten an? In welchem Bezug stehen diese Kosten und was bringen Sie dem Unternehmen?

 

7. Wie wird Ihr Unternehmen die Digitalisierung finanzieren?

Gibt es Budgets zur Digitalisierung? Gibt es Zuschüsse oder Förderprogramme, die die digitale Kommunikation in Unternehmen fördern, auf die Sie zugreifen können? Müssen Sie finanzieren?

 

8. Werden Sie beraten bzgl. Ihrer Digitalisierungsstrategie?

Eine Digitalisierungsstrategie muss durchdacht sein. Verfügen Sie und Ihr Unternehmen über Expertise oder benötigen Sie eine digitale Unternehmensberatung? Es geht um nachhaltige, individuelle Lösungen, die einerseits technisch funktionieren, andererseits durch Usability und Design punkten.

 

9. Wie wird die Digitalisierung konkret umgesetzt?

Detaillierte Projektplanung als Muss: Wie sieht der Zeitplan aus? Wer trägt die Verantwortung?[3]

 

Fazit:

Traditionelle Arbeitsweisen und -prozesse sind verändert. Akzeptanz, Mehrwert und Kundenzufriedenheit als Basis müssen zur erfolgreichen Umsetzung gepaart sein mit dem Wissen, dass Digitalisierung ein sich ständig ändernder Prozess bleibt. Der zentrale Erfolgsfaktor der Digitalisierung in Unternehmen ist und bleibt die Orientierung am Menschen.

 

Quellen:

[1] https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/digitalisierung-54195

[2] https://new.siemens.com/global/de/unternehmen/themenfelder/zukunft-der-industrie/digitalenterprise.html

[3] https://kommunikation-mittelstand.digital/content/uploads/2017/06/Leitfaden-Digitalisierung-in-5-Schritten.pdf